28.01.2005 Pressemitteilung zur Eröffnungsveranstaltung "Grenzöffnung für die Hirsche"

Landesumweltministerin Bärbel Höhn und der Deputierte der Provinz Limburg, Ger Driessen, gaben am Freitag den Startschuss für das Projekt "Ketelwald – Natur über Grenzen hinweg".

„Freier Weg für freie Hirsche“, mit diesen Worten beendete die Ministerin im Herbst 2003 ihren letzten Besuch bei den Naturschützern in Kranenburg. Am vergangenen Freitag senkten Höhn und Driessen im Beisein zahlreicher geladener Gäste nun symbolisch den Wildschutzzaun am Südrand des Reichswaldes ab, um so dem Rotwild erstmals seit über 100 Jahren wieder den Grenzübertritt in die niederländische Maas-Niederung und damit das Ausleben eines Teils seines natürlichen Verhaltensrepertoires zu ermöglichen. „Das ist ein großer Tag nicht nur für die Hirsche, sondern besonders für den deutsch-niederländischen Naturschutz“, freute sich Höhn. Grund zur Freude ist für die Ministerin unter anderem, dass gerade mit diesem großen Naturschutzprojekt über eine Staatengrenze hinweg die ersten Knoten in einem weit reichenden Biotopverbundnetz geknüpft werden.

„Das Projekt hat Vorbildcharakter“, findet auch Driessen, zumal das Ketelwald-Projekt als einer der ersten Bausteine eines landesweiten Biotopverbundes in den Niederlanden fungieren könnte. Und umso besser, wenn bei einem solchen Projekt gleich Grenzen überwunden werden und so eine Harmonisierung der Naturschutzbemühungen in beiden Ländern erreicht wird. Denn bei diesem Projekt arbeiten mit der NABU Naturschutzstation Kranenburg und dem Forstamt Kleve sowie mit Natuurmonumenten und der Werkgroep Milieubeheer Groesbeek je zwei deutsche und niederländische Organisationen eng zusammen, um den Naturschutz in dieser Region voran zu bringen.

Aber das von der EU, dem Land NRW und den Provinzen Gelderland und Limburg maßgeblich finanzierte INTERREG IIIA-Projekt, das von der Euregio Rhein-Waal begleitet wird, kommt auch der Natur vor Ort zu Gute. „Wir wollen Heidereste am Waldrand erweitern, damit mehr Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten entsteht“, sind sich die Akteure einig. In Heideflächen und Sandmagerrasen können z.B. Eidechsen und seltene Wildbienen ein neues Zuhause finden. Auch sollen Streuobstwiesen erweitert und Aufforstungen vorgenommen werden.

Der Begriff "Ketelwald" stammt im Übrigen aus dem Mittelalter und bezeichnete das damals geschlossene Waldgebiet zwischen Nimwegen und Xanten. Die Verbesserung des Waldbiotopverbundes zumindest zwischen den Nimweger Wäldern und dem Klever Reichswald ist eines der Themen dieses Interreg-Projektes.

Bilder zum Geschehen

Die Landesumweltministerin Bärbel Höhn und der Deputierte der Provinz Limburg, Ger Driessen, kurz vor der Öffnung des Wildschutzzaunes zwischen Reichswald und Maasniederung.

Die Teilnehmer der Veranstaltung werden mit Kutschen zum Waldrand gefahren.

Bilder: T.Weber