Januar 2008. Der Ketelwald wächst wieder zusammen

Einrichtung eines ökologischen Verbundes St. Jansberg – Reichswald

Sie stehen hier unmittelbar an der Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland. Es ist auch die Grenze zwischen zwei Waldgebieten, dem St. Jansberg und dem Reichswald. Natuurmonumenten richtet hier auf einer ehemaligen Landwirtschaftsfläche einen Biotopverbund ein. Damit wird die Verbindung zwischen dem St. Jansberg und dem Reichswald von 200 auf 500 m verbreitert. Hierdurch können Tiere und Pflanzen leichter von einer Seite zur anderen kommen.

Großräumiger Biotopverbund

Die ökologische Verbindung stellt einen Teil des großräumigen Verbundes zwischen Schinveld (Südlimburg) und Mook dar, die in den nächsten Jahren realisiert wird. Dieser großräumige Verbund soll große Naturgebiete miteinander verbinden. Eine bessere Verbindung zwischen diesen Gebieten ist für den Erhalt der Artenvielfalt nötig – insbesondere mit Blick auf den kommenden Klimawandel. In kleinen, isolierten Gebieten sterben Pflanzen- und Tierarten leicht aus. Über den großräumigen Biotopverbund werden neue Lebensräume erreichbar und zu kleine miteinander verbunden. Damit verbessert sich auch der Lebensraum von großen Säugetieren mit einem ausgeprägten Wanderverhalten.

Der Biotopverbund Schinveld-Mook führt von den Wäldern bei Schinveld in Südlimburg über das deutsch-niederländische Grenzgebiet bis zu den Wäldern auf der Stauchmoräne bei Nimwegen und Kleve. Auch weiter nach Norden bis zur Veluwe und schließlich zum Naturschutzgebiet Oostvaardersplassen ist der Biotopverbund geplant. So soll ein zusammenhängendes Netzwerk entstehen, das in Zukunft auch Rothirsche und andere große Säugetieren benützen können. Weitere Tiere, wie Schmetterlinge, Käfer, Amphibien und Reptilien sollen sich auch auf diesen ökologischen „Fernstraßen“ bewegen können.

Pflege- und Entwicklungsplan

Auf der Karte nebenan ist die Einrichtung dieser Fläche dargestellt. Die 20 ha große Fläche soll als artenreiches Grünland mit Gehölzen gestaltet werden. 2007 wurde auf dem brachliegenden Acker eine Gras-Kleemischung eingesät. Aus dieser soll sich allmählich eine artenreiche Weide entwickeln. Um eine allmähliche Verbuschung des Geländes zu verhindern, soll sie mit Rindern beweidet werden. Das Gebüsch ist abwechslungsreich aus einheimischen Strauch- und Baumarten aufgebaut. In den einzelnen Gebüschen werden zu wenigen Trauben-Eichen und Linden zahlreiche gebietstypische Sträucher wie Weißdorn, Mispel, Vogelkirsche, Schlehe, Hasel und Pfaffenhütchen gepflanzt. Der Bereich wurde so gestaltet, dass er auch für den Rothirsch attraktiv ist.

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