Januar 2008. Sträucher für Hirsche

Kleine Gehölzgruppen sollen Hirschen Deckung bieten

Einrichtung eines Grünlandgebietes für Rothirsche

Sie stehen hier am Fuß des Reichswaldes im Koningsven. Dieses alte Moorgebiet wurde im 20. Jh. trockengelegt und kultiviert. Natuurmonumenten hat hier ein Grünlandgebiet für Rothirsche eingerichtet. Innerhalb des Feldschutzzaunes im Reichswald lebt eine Hirschpopulation von ungefähr 100 Tieren. Ein Teil des Zaunes, der an diese Weide angrenzt, wurde abgesenkt. Wildschweine können so nicht aus dem Wald heraus, Hirsche und Rehe wohl: sie können darüber springen. Um das Grünland selbst ist wiederum ein hoher Zaun gebaut. Auch Tore und Gitterroste sorgen dafür, dass die Tiere innerhalb das Grünland nicht verlassen können – außer sie gehen zurück in den Wald. Das Grünland wird durch Natuurmonumenten unter Naturschutzgesichtspunkten gepflegt und hat eine Fläche von 18 ha. Darin wurden auch einige Erlen- und Weidengehölze als Deckung für äsende Hirsche angelegt.

Die Chance, dass Sie tagsüber einen Rothirsch im Koningsvens sehen können ist noch nicht sehr groß. Obwohl Hirsche von Natur aus tags und im Freien äsen haben Bejagung und andere Störungen das Verhalten des Rothirsches verändert. Die Tiere sind scheu geworden und halten sich im Wald verborgen, wo sie in der Dämmerung und nachts„kleine Wildwiesen zum Fressen aufsuchen.

Großräumiger Biotopverbund

Das Absenken des Feldschutzzaunes im Reichswald stellt den ersten Schritt dar zu mehr Lebensraum für den Rothirsch. Das Koningsven ist Teil des großräumigen Biotopverbundes zwischen Schinveld (Südlimburg) und Mook, der in den nächsten Jahren realisiert wird. Dieser großräumige Verbund soll große Naturgebiete miteinander verbinden. Eine bessere Verbindung zwischen diesen Gebieten ist für den Erhalt der Artenvielfalt nötig – insbesondere mit Blick auf den kommenden Klimawandel. In kleinen, isolierten Gebieten sterben Pflanzen- und Tierarten leicht aus. Über den großräumigen Biotopverbund werden neue Lebensräume erreichbar und zu kleine miteinander verbunden. Damit verbessert sich auch der Lebensraum von großen Säugetieren mit einem ausgeprägten Wanderverhalten.

Der Biotopverbund Schinveld-Mook führt von den Wäldern bei Schinveld in Südlimburg über das deutsch-niederländische Grenzgebiet bis zu den Wäldern auf der Stauchmoräne bei Nimwegen und Kleve. Auch weiter nach Norden bis zur Veluwe und schließlich zum Naturschutzgebiet Oostvaardersplassen ist der Biotopverbund geplant. So soll ein zusammenhängendes Netzwerk entstehen, das in Zukunft auch Rothirsche und andere große Säugetieren benützen können. Weitere Tiere, wie Schmetterlinge, Käfer, Amphibien und Reptilien sollen sich auch auf diesen ökologischen „Fernstraßen“ bewegen können.

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