Was bisher geschah...

Das Ketelwald-Projekt wurde Anfang 2008 abgeschlossen. Bei den einzelnen Projektbausteinen konnten folgende Ergebnisse erzielt werden.

Teilprojekt Waldverbindung bei St. Jansberg

Auf der deutschen Seite wurde im Winter 2004/05 eine kleine Fläche im zu entwickelnden Biotopverbundkorridor zwischen Reichswald und St. Jansberg mit verschiedenen Laubbäumen und Sträuchern bepflanzt. Auf niederländischer Seite war bis einschließlich 2006 war eine landwirtschaftliche Nutzung durch bestehende Verträge festgelegt. Die Anpflanzung fand deshalb erst im Dezember 2007 statt. Der Pflanzplan wurde zuvor mit den Anwohnern und den beiden Gemeinden abgestimmt. Er berücksichtigt sowohl den Wunsch der Anwohner nach Freihalten der Aussicht in bestimmte Richtungen, als auch die Erfordernisse des Naturschutzes. Zusätzlich wurde an prominenter Stelle eine Informationstafel für Spaziergänger aufgestellt, die über die Anpflanzung informiert. Damit kann dieser Projektteil seine Funktion als Grenzüberschreitender Biotopverbund für Kleintiere bis hin zum Dachs erfüllen.

Teilprojekt 2: Waldrandgestaltung

Der Landesbetrieb Wald und Holz hat an sieben Stellen auf einer Gesamtfläche von etwa 2 ha Maßnahmen zur Heideentwicklung ergriffen. So wurde der Waldrand aufgelichtet und der Oberboden teilweise abgeschoben. Auf einer der sieben Flächen stand jedoch nicht die Heideentwicklung im Vordergrund sondern die Öffnung einer alten bäuerlichen Sandgrube als Lebensraum für Wildbienen und –wespen. Im Hinblick auf die Windwurfgefahr, soll die Öffnung des Waldrandes jedoch in Schritten erfolgen. Die ersten Schritte im Rahmen des Ketelwald-Projektes haben auf sechs der sieben Flächen eine positive Entwicklung eingeleitet und zu guten Erfolgen für den Naturschutz geführt (siehe Monitoringberichte der NABU-Naturschutzstation und von Stichting Bargerveen/Natuurbalans). Im Zuge von Durchforstungen sollen die Maßnahmen weitergeführt werden. Neben den Zielarten Reptilien und Wildbienen werden auch andere Tiere von der größeren Arten- und Strukturvielfalt profitieren: Vögel finden ebenso vermehrt Nahrung wie z. B. Dachse.

Teilprojekt 3: Extensivierung Koningsven und Zaunverlegung

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung zum Ketelwald-Projekt wurde der Wildschutzzaun symbolisch vom Deputierten der Provinz Limburg, Ger Driessen, und der damaligen Ministerin für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen Bärbel Höhn aufgeschnitten. In den Folgenden Wochen wurde er in zwei Abschnitten von zusammen über 300 m Länge abgesenkt. Seither können die Rothirsche über den abgesenkten Zaun in den Teil des Koningsvens gelangen, der von Natuurmonumenten zu diesem Zweck mit einem Wildschutzzaun umgeben wurde. Noch ist diese Fläche für Rothirsche aufgrund der völligen Deckungsfreiheit und dem Besucherverkehr auf dem „Grensweg“ am Waldrand wenig attraktiv. Um dies zu ändern wurden von Natuurmonumenten kleine Gehölzgruppen als Deckung gepflanzt.

Teilprojekt 4: Beruhigungsmaßnahmen für den Rothirsch

Im Südwesten des Reichswaldes hat der Landesbetrieb Wald und Holz 2005 eine große, jagdfreie Wildschutzzone eingerichtet. Die Tiere sollen in diesem Bereich erfahren, dass sie hier in Sicherheit sind. Damit wächst die Chance, dass sie auch ihre Scheu Waldbesuchern gegenüber verringern. Und damit wiederum wird es wahrscheinlicher, dass sich die Tiere tags auch tatsächlich am Wildbeobachtungsstand zeigen, den das Forstamt angelegt hat. Das gilt natürlich ebenso für andere Wildtiere.

Teilprojekt 5: Minimieren von Wildunfällen

Am 18. Oktober 2007 konnte die elektronische Wildwarnanlage an der L 484 offiziell eröffnet werden. Damit konnte ein kompliziertes Genehmigungsverfahren für diese erste Anlage dieser Art in NRW erfolgreich abgeschlossen werden. In der Zeit ihres Betriebes (es gab eine vandalismusbedingte Lücke von 2 Monaten) kam es zu keinem weiteren Wildunfall in diesem Straßenabschnitt mehr. Menschen und Tiere von der Größe eines Dachses an aufwärts sind nun geschützt.