Welche Ziele verfolgt das Ketelwald-Projekt?

Eines der Hauptanliegen ist die ökologische Verknüpfung zweier Teile des ehemaligen Ketelwaldes: die niederländischen Wälder rund um Groesbeek und dem Reichswald. Außerdem soll am Südrand des Reichswaldes, wo heute der Wald abrupt in intensiv genutzte Felder und Wiesen übergeht, ein breiter Übergang zwischen Wald und Feld geschaffen werden, damit hier ein Lebensraum für viele Arten entsteht. Der südexponierte Waldrand ist mit seinen Sandböden prädestiniert für wärmeliebende Insektenarten und Reptilien. In der angrenzenden Ebene können sich bei entsprechend extensiver Pflege wieder artenreiche Feuchtwiesen einstellen.

Der Waldrand ist zum größten Teil sehr steil und einfach aufgebaut.

Die extensive Rinderbeweidung im Koningsven zeigt die ersten Erfolge.

(Bilder: D.Cerff)

Bei manchen Einzelmaßnahmen nimmt der Rothirsch eine besondere Stellung ein. Zwar ist diese Art in ihrem Bestand in Deutschland keinesfalls gefährdet, aber der Rothirsch wird entgegen seiner Gewohnheiten im Wanderverhalten eingeschränkt. Weiterhin wird es aus der offenen Landschaft in die Wälder zurückgedrängt. Ein starker Besucherdruck und starke Bejagung macht sie überaus scheu und nachtaktiv. Kleine und isolierte Rotwildbestände, die keine Möglichkeiten haben ihr Genpotential mit anderen Beständen auszutauschen, verarmen langfristig. Wo der Rothirsch ungestört seinem natürlichen Verhalten nachgehen kann, unternimmt er jahreszeitliche Wanderungen zwischen dem Sommer- und Winterlebensraum von z. T. über 100 km. Offene und halboffene Auenlebensräume spielen dabei vor allem im Winter eine wichtige Rolle. Durch starke industrielle und landwirtschaftliche Nutzung ist den Hirschen des Reichswaldes nicht einmal eine Wanderung in die nahegelegenen Niederungen von Maas oder Rhein vergönnt.

Weil dem so ist, dienen einige der Maßnahmen dazu, dem Rothirsch wieder ein etwas natürlicheres Leben zu ermöglichen.